Die Zeitrafferin und Kandidatin für den Bundesvorsitz der Grünen, Frau Julia Seeliger, suchte nach Worten, wie sie denn die Marschrichtung der Grünen beschreiben soll. Das Brainstorm-Solo brachte den „Solidarischen Individualismus“ hervor. Wow. Welch prächt‘ges Wort voll Glanz und Glimmer, so hohl und leer in seiner Kraft. Hat es doch die gleiche Stärke und Eindeutigkeit wie ein „Ja, Nein“ oder „komm, geh weg“.
Der „Individualismus“ substantiviert, also stark innerhalb des Wortdoppels, „solidarisch“ als Ergänzung und als Abgrenzung zum „Egoistischen Individualismus“.
Noch während der Parteiratssitzung hat Frau Seeliger recherchiert, wo sie das wohl schon mal gelesen hat. Schließlich will man ja nicht nehmen was evtl. Erzfeind Westerwelle, oder Oskar „Links-von-der-SPD“ Lafontaine formuliert hat. Und bei so einem schwurbeligen Begriff wäre das ja wirklich nicht abwegig. Ist er doch ob seiner Schwurbeligkeit universell und von jeder politischen Ausrichtung unabhängig verwendbar. Auch die Edmund „äh..“ Stoiber Version wäre machbar.
Aber … Glück gehabt. Julchen findet heraus, das Ulrich Beck der Hauptschuldige für diese Wortschredderei ist.
Aber immer noch war sie anscheinend hin- und hergerissen. So stellte sie denn auch in ihrem Block die Wortfindungsfrage.
Was denkt ihr – voll verschwurbelt oder sinnvoller Begriff?
Hier die Zusammenfassung der Anworten …
Brian: Ihr seid doch alle Individuen!
Die Masse: Ja, wir sind alle Individuen.
Ein Einzelner ganz kleinlaut: Ich ni-icht.
Was ist hier die Frage? Volksfront von Judäa, oder Judäische Volksfront?
Und „Emanzipiert“ muss mit rein! Eben, ist ja auch ein hippes Schlagwort .. immer wieder.
Sonntagsmorgens bei Bildungsbürgertums am Frühstückstisch: „Schatz, reichst du mir bitte mal die Salzstreuerin?“
Zurück zur Frage …
Schon eher schwurbelig. Nichts, dass jemanden so richtig vom Hocker reißt. Klingt aber tres chique. Und damit für die GrünInnen wie geschaffen.
(blodder)
2 Kommentare
Schreibe einen Kommentar»Jaja, wenn man mit Fachwörtern um sich schmeisst…
– Wenn die Partei sich endlich artikulieren kann, wähle ich sie vielleicht auch mal…
Na, auf jeden Phall kann man mit solcher Wortschredderei auch Erfolge feiern. „ein Jahr intelligente und moderne Lobbyarbeit für die Zivilgesellschaft.“, steht auf ihrem Plan; wie uns die Zeitrafferin zum 27.Nov 08 berichtet. Ein Job bei Campact.de. Da dürfen wir uns sicher auf noch ein paar hübsche Sprachschöpfungen freuen.