Volksaufständchen

Versammlung zur DemoKöln, 15 März 2008 Auf dem Roncalliplatz (Domplatte) versammelten sich gefühlte 5000 potenzielle Terroristen unter dem Festmotto „Für ein Morgen in Freiheit“ zur Demonstration gegen die Überwachungshysterie von Bundes IM Wolfgang „Robocop“ Schäuble & Co. Nach einem unterhaltsamen Vorprogramm aus Reden und Musik konnte der Hauptakt beginnen. Der Oberspielführer kam nochmal auf die Bühne, sortierte noch die einzelnen Festgruppen und Traditionsvereine, sagte die Richtung an, in die losmarschiert wird und die bis dahin chaotisch wirkende Menge, reihte sich nach Gruppenzugehörigkeit in die Kolonne. Schön, so mag man das in Köln. Der Oberspielführer wurde mit Klatschmarsch von der Bühne entlassen. Der bunte Umzug kam auch kurz danach in Gang.

Antifa Gruppe Allen voran ein ebenfalls gefühlter 200 Mann/Frau starker schwarzer Block aus Autonomen, Antifa usw.. Vermutlich allesamt Bombengürtel tragende Selbstmordattentäter. Kurz dahinter die Hochglanztransparente der gut situierten Überzeugungstäter. Die Grünen. Die Brut so manches RAF Sympathisanten. Nein, Otto Schilly war nicht dabei. Der ist ja jetzt bei den „Roten“. Der kämpft auch nur für seinen eigenen Datenschutz, wenns um seine Haupt .. äähm .. Nebeneinkünfte geht.

PufferZwischen den Selbstmördern und den Überzeugungstätern war eine Pufferzone aus 10 Metern Luft und auf etwa 50 Metern Länge eine Gruppe Anonyme Protestholiker, sogenannte Schläfer. Hinter den Grünen folgte die weiß uniformierte Front der AGB. Eine Gruppe potenzieller sogenannter Noch-tun-wir-nichts-aber-wart-mal-ab-wenn-wir-groß-sind Terroristen. Also im Prinzip harmlos. Dahinter kam dann die große Masse der Mitläufer. Naive manipulierte Füllmasse. Das sind die schlimmsten. Hier kann jeder ein gefährlicher Attentäter in Spe sein. Die Betonung liegt auf kann! Das macht die Situation so riskant. Wer da eben noch als sorgender Familienvater die Tochter auf den Schultern trug, hat im nächsten Moment die Kalaschnikow in der Hand, die ihm ein Anheizer oder ein V-Mann am Straßenrand gereicht hat .. dann macht es plötzlich „Klick“ im Kopf dieses Sozialpädagogen und er rastet völlig aus. Zum Glück kam es beim Aufmarsch dieser Masse an potenzieller Gewalt nicht zu derartiger Eskalation. Aber im Nebenthema ging es ja auch um Frieden und Liebe und so.

Auffällig war eine Dame und ein Herr mit einem Transparent, begleitet von einem TV-Team aus Kamera, Regisseur und HiWi (Assistent), der auch noch den Bollerwagen hinter sich her zog. Ich frage mich ob es Doku, Soap oder gar Dokusoap war, was hier gedreht wurde. Alles würde passen. Die beiden Protagonisten wirkten für jedes der drei Fernsehformate, wenig bis gar nicht authentisch genug. Die Dame machte eher den Eindruck, als würde sie sich dort gar nicht wohl fühlen und dass es ihr peinlich sei.

Das schlimmste an Zensur ist xxxxxxxAm Straßenrand tummelte sich auch so mancher Terrorausbildungsinteressent. Man sah ihnen an, dass sie schon jetzt gerne dort im Verband der kämpfenden Kameraden mitmarschieren würden. Aber sie durften noch nicht, sie waren noch nicht soweit. Mit Stolz präsentierten sie mit geschwellter Brust ihre Parolen auf bedruckten T-Shirts.

Um ein Foto zu erhaschen, musste ich das Vertrauen eines der Terrorschüler erschleichen. So gab ich mich als Redakteur der „Freien Anarchistischen Volkszeitung“ aus. Die drei Vokabeln zauberten einen Glanz in die Augen des jungen Revoluzzers und er hätte mir sofort auch seine geheimsten Intimitäten verraten. So durfte ich sein Shirt ablichten. „Aber ohne Gesicht!“, befahl er mir. So zensierte er das Foto bevor es geschossen war.

Nachdem der Umzug an mir vorbei war, machte ich einen kleinen Spaziergang durch die Kölner Innenstadt. Mein Weg und der Weg des Umzugs kreuzten sich noch einmal. Das Publikum am Straßenrand diskutierten die Qualitäten des Umzugs. O-Ton Chantal G., die seit gefühlten 25 Jahren hier auf in der Ehrenstraße ihr Geld verdient wohnt: „Ich fand der Umzuch schön. Se waren schön bunt. Schön jesungen haben se auch. Ich hab aber nie wat verstanden. Komisch, dat se jar keine Kamellen (Bonbons) jeschmissen haben?!“.

Später im Fastfood Restaurant sah ich dann den ein oder anderen Terroristen wieder. Hier wirkten sie aber wie ganz normale Menschen. Da würde ich mich selber für gefährlicher halten. Und dann wurde mir klar was der Bundes IM meint. Das ist die Bedrohung. Wir können die Terroristen nicht einmal in Friedenszeiten erkennen.

(ixiter)
Andere Quellen zum Thema:

Ein Trackback

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    […] Die Wirklichkeit hat die Fiktion bereits überholt. Die Welt aus dem Roman “1984″ ist für uns gegenwärtige bereits weit hinter dem Möglichen zurück. Bange machen gilt nicht. … Auf dem Roncalliplatz (Domplatte) versammelten sich …
    - Blodder.de, Volksaufständchen […]

Ein Kommentar

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  1. 17. März 2008 (02:42) | Permalink
    1

    Kölle ist doch wohl eine Reise wert… :)

    Dein Humor ist auf den Punkt getroffen. Sehr gut…

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